Ein Schlüsselbein

Wo anfangen. Vielleicht bei der Wärme, die mir sofort von Schritt zu Fuß fiel und auch wieder zurück stieg. Die Wärme oder vielleicht auch die Hitze, die immer und erneut in den Schoß fand und dort groß wurde, schwer wurde, anatomisch wurde. Eine Wolke aus Teilchen und Energie. Fassungslosigkeit ob der Schönheit und Sinnlichkeit dieser, nein, Deiner Anatomie. Fassungslosigkeit, Zauber und natürlich auch Erregung, getrieben bis an den Rand einer Ohnmacht. Luft anhalten weil – eben keine Luft mehr und Menschen verstehen das so nicht. So.

Wie immer zu einer ganz bestimmten Zeit sitze und beobachte ich Dich. Mit einer Genauigkeit, die auch neu ist. Du hast mich des Beobachtens vertiefen gelehrt. Du hast mir eine besondere Tür geöffnet und von dort aus sah ich es, eine Symbiose aus Knochen und Haut. Ich konnte das alles sehen und fragte mich noch, ob das wirklich wahr sein konnte. Ein Stück Schlüsselbein von Dir, das war wie ein Stück Glück für mich. Ein Zufall, ein Zauber, wenn Parallelen bis auf die letzte zeitliche Perfektion plötzlich aufeinandertreffen weil wir uns der Gesetze entheben und plötzlich ein Prisma so bunt wie es nicht zu beschreiben ist – entsteht. Ein Schlüsselbein.

Aber ich sah auch noch anderes an diesem Tag, beispielsweise den dunklen Schatten als Überbleibsel Deiner stets makellos rasierten Haut, Wange und besonders Kinn. Ich stelle mir Dich dann vor, wie Du morgens dich selbst betrachtest, kurz bevor das Ritual beginnt. Was fühlst Du wohl, was siehst Du wohl, die Tiefe und die sanfte Verletzlichkeit, die kantige Perfektion, die ich sehe. Ich hoffe, dass Du das genauso siehst und noch mehr.

Auch dann noch, wenn ich diese Zeilen schreibe: übel vor Liebe, rasend vor Lust, erschöpft vor Ekstase, verzweifelt stehend vor den eigenen Grenzen und daran aber auch rüttelnd. Etwas weiß, dass all das noch nicht realitätskonform ist, aber nicht alle scheint das zu berühren, denn in meinem Kopf und in meinem Herz und in meinem Schoß geht es weiter und weiter und breitet sich aus.

Wie soll es nur werden, wenn ich Dich irgendwann ganz ansehen kann, wenn wir einen Raum gefunden haben, der sich der Gesellschaft entzieht, wo all das möglich ist, das Sehen und Fassen und Lieben, wenn mir doch schon ein winziges Stück von Dir den Schlaf, den Atem, den Verstand, raubt. Allein der Gedanke an Dich als der Mann irgendwann in meiner Hand, in meiner Haut, in meinem Schoß und in der Umarmung lässt mich starr und zugleich stumm zurück. Eine Sprachlosigkeit, die mich im Innern wachsen lässt. Ich würde Dich so gern beobachten. In all Deinen Leben. Nimm mich einfach mit und lass mich Dich beobachten, das größte Glück derzeit in einem utopischen Raum. Sitzen und sehen und staunen. Wem das genug ist, der hat große Fortschritte gemacht und Belohnung verdient. Ich verbleibe damit.

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