The ballad of bird and fox

Ein Kind in meinen Armen in der Nacht, und während des Schaukelns zittern mir die Knie. Was, wenn ich es nicht schaffe, dieses Kind sowie mich zu beruhigen.
So, wie es auch nie jemand schaffte, sich oder wenigstens mich zu beruhigen.
Was dann.

-They say that we can’t do it.
Let’s prove them wrong tonight-

Es ist nicht nur ein wimmerndes Kind, es ist nicht nur ein wütendes Kind, es ist eine Bewährungsprobe. Wimmernd, das Kind, vielleicht aufgrund der Träume, die nachts durch einen viel fantasievolleren Geist jagen, als wir es uns je erträumen könnten. Wütend, weil eigentlich will es doch nichts anderes als: schlafen.

Peaceful is the bird in the morning
Grateful is the fox in the evening
Gotta wake ‘em up!
Gotta wake that bird up!
Gotta wake ‘em up!
Gotta wake that fox up!

Ich singe.
Und während ich singe, denke ich auch kurz an Dich, der mir stets zu sagen pflegte: Ich glaube schon, dass Du Musik kannst.

So singe ich vom Aufwachen und meine damit Einschlafen.
Diese Ambilvalenz, sie ist mir so bekannt, sie ist so voller nicht erstrebenswerter Eintönigkeit, Durchsichtigkeit, dass sie selbst das Kind in meinen Armen erst zum Gähnen und dann zum Einschlafen bringt.

Wie lange stand ich hier, auf diesem Boden, in meinem Leben, und habe mit einem Kind im Arm einen Kampf geführt. Kinder gehören nicht in den Krieg gezogen. Ich habe meine Waffen niedergelegt, und mich friedlich frei getanzt.

„Ich finde Dich logisch“
Bitte wie?

Es macht keinen Sinn
Augenränder bis zum Kinn
Mein Körper völlig am Ende doch mein Kopf will grade beginnen

Ein anderer Tag, eine andere Nacht.
Und da sehe ich mich um halb vier Uhr morgens lehnend an der Küchenzeile Knoblauch schälen. Und während ich mir immer wieder sage, dass es darin Sinn geben muss, alles passiert zum Besten, alles passiert zum Besten, denke ich auch: Frieden mit den Männern schließen heißt Frieden mit Männern schließen
Was mache ich, wenn das stimmt.
Was dann.

Schuldgefühle, die mich in der Mitte auseinanderreißen
Manchmal möchte ich mir die Hände vor das Gesicht legen,
und so weiter leben for ever.

Es wird nie so sein, denke ich, dass Menschen verstehen, was sie nicht verstehen wollen.
Endlosschleife.
Durchgeschnitten.
Mir ein neues Leben eröffnet.

Knoblauch hacken, um viertel vor vier Uhr morgens. Teufelsaustreibung betreiben.
An Indien denken und dann an Dich.
Hold your body, not your breath, sagtest Du.
Hold your body, not your breath.

Ein Dialog

Ach du Schande, ach du Schande!
[Die Zuschreibungen der Anderen sind die Zuschreibungen der Anderen]
Wie, Schande? Wie kommst Du jetzt da-rauf?
Du kannst doch nicht ewig so weiter machen!
Ewig nicht, vermutlich hast Du recht… Aber nur für Sicherheit – womit denn eigentlich?
Ja mit diesem Leben.
Meinst Du damit, dass ich irgendwann sterben muss? Meinst Du das?
Nein, ich meine, so wie Du lebst.
Wie, wie ich lebe?
Ja, so.
Wie, so. Lebst Du etwa – anders?
Ja, siehst Du doch.
Nicht so richtig irgendwie. Versteh ich auch grade nicht, was Du meinst. Versteh ich echt nicht! Erklär mal bitte.
[Antwort in meinem Kopf: Ich verstehe eigentlich auch nicht und eine Antwort habe ich ebenfalls nicht aber das tut nichts zur Tatsache]
Du kannst damit jedenfalls nicht ewig weitermachen!
Aber – wieso nicht?
Ja – also ir.gend.wann muss man ja mal fertig sein [Zähnezusammengebissensehrfest]
Fertig sein womit? – Und bist Du schon fertig?
[Antwort: ausgeblieben]

Davon abgesehen: Ich will überhaupt nicht fertig sein und bin es gleichzeitig ja leider doch, man, Du kannst Dir nicht vorstellen wie sehr, aber das ist eine andere Geschichte ha-ha naja.

-Gespräche mit einem Toten
kein Ende, jenseitig:

„Ich habe dem dann gesagt „Sie wissen wohl nicht, mit wem Sie hier sprechen!“
Ja vielleicht wusste er wirklich nicht ich meine mit wem hat er denn gesprochen?
„Ich habe den sowas von zusammengefaltet das kannst Du dir nicht vorstellen. Und zusammenfalten, das kann ich!“ (stolz)
Stille.
„Ich weiß, dass Du das kannst.“
[Teetasse zwischen Handflächen: warm]

Wenn ein normaler Mann bei Dir rein kommt, der kann sich ja nur umdrehen und gehen
Jacke über Stuhllehne / Gardinen auf Boden / Matratze ebenso

Wann machst Du mal was Vernünftiges?
Ich bin enttäuscht von Dir!
Ich bin enttäuscht von Dir!
Ich bin enttäuscht von Dir!

„Ich will Dich nicht anhimmeln, aber es passiert(e). Einfach so.
Ich finde Dich so unfassbar spannend.“

Ich kann nicht mehr unfassbar sein, es tut mir weh.
Ich bin auf Spannung so sehr, was ich brauche ist in eine Nische legen, bestenfalls aus Mann bestehend.

Männer sind nicht gleich Männer, hier ist er doch, der erste Beweis.
Wieso glaubt der Kopf das nicht.

Verliebtheit und Verstand / Aggression und Aversion. In meinem Kopf fickt es sich gut.

Hast Du noch Fragen?
Ja, tausende.
Nein, Verzweiflungsgedanken hatte ich heute nicht.

Mann: Wachstum und Willenskraft

Mädchen: Was ist denn an dir bitte crazy das würde ich gern mal wissen

Frau: Du lernst immer so Männer kennen.
Ich: Ja aber ich bin auch so eine Frau.

Konsequenzen ziehen.
Aber doch hoffentlich nicht vermischen, das Kind auf den Armen mit dem Kind aus den Erinnerungen, der Mann von damals mit dem Mann von heute. Von weiter weg sieht man besser, näher dran werden Dinge oft kleiner. Letzteres hast Du mir gesagt und damit Angst gemeint. Aber vielleicht war ich schon zu weit weg, unerreichbar liebend lachend zweifelnd leidend schmerzend auf einer Matratze liegend, mit der Schwester sprechend.

Hat irgendwer nach mir gefragt?
Nein Schwester, niemand.
[atmen, wirklich ruhig]
Es ist doch gut. Ich werde nicht vermisst. Es ist doch gut.
Ich werde keine Vermisstenanzeigen aufgeben müssen
Ich werde nicht gefunden werden müssen
Ich werde mich nicht mehr verstecken müssen.

Die Wahrheit ist simpel

In meinem Leben stehe ich auf Zehenspitzen

Alles = ich. Ich = alles, was ich zu sein vermag. Ich = endlich. Endlich.

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