Einigkeit und Recht und Freiheit

Alles ist erleuchtet.
Tatsächlich.

Lieber allein einsam als mit der Familie einsam dachte ich dann so,
bei Abendbrot und Tee.

Alles ist erleuchtet.
Tatsächlich.

Und das wird auch Mann A das erste Jahr in Freiheit sehen können und wer weiß, vielleicht wird er es ja versuchen, aber keine Chance, keine Chance.

Mann B – man ist sich noch unschlüssig. Jedoch sehr wahrscheinlich ist, dass Mann B zu spät zum Feste kommen wird, unter der großen Jacke für Alternative wird er möglicherweise ein Geschenk wissen, eins für die Schwester und nur für diese. Leise wird er es mit den Spitzen seiner Finger in ihre Richtung über den Tisch aus Holz bewegen. Heimlich, und so, dass es keiner und doch wieder Jeder sieht. Denn eigentlich möchte er ja bewundert werden für seine Großzügigkeit. Mann B wird möglicherweise kurz an Frau denken, möglicherweise wird er ihr spät spät abends eine Nachricht zukommen lassen. Vieles wäre möglich.

Mann C wird mit den Händen gestützt seinen Kopf halten und in dieser Enklave brüten brüten brüten. Über Versäumnisse und Übertriebenheiten. Er wird kurz die Frage denken, die man ihm stellte, nämlich wie er fähig sein kann, so groß zu denken und so zögerlich nur zu sprechen. Aber dann wird er beschließen: alles Blödsinn! und sich fest vornehmen: Beim nächsten Mal, da werde ich es nicht so weit kommen lassen! Ich werde mir einen Platz in dem Leben der Frau erobern. Um siegreich mein noch begrenztes Land zu verlassen, werde ich dies nicht mit Hilfe großer Gedanken, sondern leise, vorsichtig, berechnend systematisch und zurückhaltend geschickt wie mein Sprechen vollziehen. Ich werde mich in das Leben der Frauen reden, nicht mehr dort herausdenken lassen. Jetzt werde ich es tun, ich werde!
Aber vorher, noch einmal vorher, muss ich wissen: Frau, sag, bist Du dir wirklich sicher, dass es uns nicht geben kann? Und bitte Frau, sag, bist Du sicher, dass wir nicht alles nur geträumt haben.

Frau wird in einem großen Bett erwachen, zu sehen werden mehr Haare als Hände sein. Frau wird einen Gedanken denken, der mit einem Oh nein beginnt.

Frau wird in die Zukunft gehen, Mauern einreißen und sometimes noch gegen solche rennen. Frau wird Zweifel haben und erhaben das Jetzt sehen und mit Kopfschütteln die Vergangenheit betrachten. Wann hört es auf, wird sie sich noch ab und zu fragen, aber mehr noch Wann fängt es an und wichtiger: Kommst Du mit Mann, kommst Du mit jetzt bitte!, das wird die wichtigste Frage für Jetzt und auch für das kommende Jahr sein. Kommst Du mit, ewig verehrter Mann, der noch nicht viel von seinem Glück weiß.

Der ewig verehrte Mann wird mit einem schelmischen Lächeln und mehr ruhig als laut an einem großen Tisch sitzen, mit vielen Schwestern und lustigen Eltern und einem Glas zwischen den zarten und schmalen Händen. Abwägende Denkerhände. Ein wenig wird er sich nähren, aber mehr noch wird er schweigen, staunen, lachen über viele Nichten und Neffen. Über die ganze Welt wird er kopfschüttelnd Thesen aufstellen und – ja, was?

Ähnlich wie Er durch ein Leben geht, nämlich vorsichtig, und doch beschwingt sowie entschlossen, leise und elegant, wie ein Wolf im Wald, wird Er sich weiter in das Leben einer Frau schleichen. Ein Stück näher gen Zentrum, vorerst fremd in einer für ihn unnatürlichen Umgebung, aber wer war zuerst da, hm? Wer war zuerst da.

Ähnlich wie Jemand, der schon alles weiß, nur das noch nicht, was weit im verbotenen Verborgenen liegt, wird er der Frau ab und zu Fragen stellen zu einem Zauber, an den er noch nicht glaubt, einfach, weil er ihn noch nie gesehen hat, einfach, weil er noch nie dort war, wie es so oft ist, und mehr noch ihr leise von der Ferne aus in die Augen sehen und sich in Anbetracht ihrer Existenz (sie lebt!) auch kaum merkbar verneigen, als ein Beweis der Anerkennung auf weiter Flur wird er ihr zulächeln, um dann den Blick wieder gen Boden zu legen, denn was nicht sein darf darf nicht sein. Wer wenn nicht Er wüsste das besser.

Eines Tages wird der ewig verehrte Mann von der Frau zu einem Tisch begleitet. Eines Tages wird der ewig verehrte Mann der Frau zu Gerechtigkeit verhelfen. Ganz leicht am Arm wird er sie dabei berühren. Wer wenn nicht eine Frau, die ihr Leben in Geschichten schreibt, wüsste das besser.

Sobald die Menschen wissen, dass ich Jurist bin, haben sie ein juristisches Problem, wird er sagen. Ja?, wird ein Richter fragen, der keiner ist, und dann: Interessant, inwiefern?, um sich damit wie selbstverständlich von der Regel ausgmzunehmen, sieht er sich als Normsprechender doch fast naturgesetzlich über den Dingen. Und die Art wie ein Selbsternannter das fragen würde, würde die Frau an einen anderen Dialog erinnern, der in der Vergangenheit liegt und dort auf Vergeltung wartet: Wir sind uns doch einig, sagte er, dass wenn ein normaler Mann Dein Leben betritt, – er kann sich doch nur umdrehen und gehen.

Einig?, fragte die Frau.

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