Risotto mit Artischocke

Ich liege viel höher jetzt.
 

 
Bald bin ich hier weg.
Bald wäre zu definieren, weg auch.
 

 
Eine Umarmung. Noch eine. Und noch eine. „Hey, was soll das denn? Was ist los mit Dir?“, frage ich erstaunt und fast schon verärgert.

Es war wie eine dreimalige Entschuldigung, die noch nicht ausreichte. Wir wussten es doch beide. Ärgerlich also, dass wir Bezeugende dessen wurden.
 

 
Um 1 Schlüssel leichter.
So spielt es auch anders in meiner Manteltasche.
Um 1 Schlüssel leichter.
So, wie ich gehe, umspielt mich eine ganz neue Melodie.
 

 
Tage später. Oder sind es vielleicht sogar Wochen? Und waren wir es nicht, die sich einig darin waren: Immer, wenn wir uns verliebten, waren wir unglücklich.
 

 
1000 Schritte weiter. Bis mir alle Interpretationen im Weg stehen.
Nichts ahnend war ich nie. Das war ich morgens, in den Spiegel sehend. 
 

 
Alte, zynische Scheißmänner, die missbilligend lachen. Wo bin ich? Nicht so weit von Dir entfernt. Wieso bin ich hier und nicht bei Dir? Scheiß Journalisten, denke ich, verantwortlich für das Kultur-Ressort, wie sie, Beine übereinanderschlagend ihren scheiß Spiralschreibblock auf ihren scheiß zu schmalen Oberschenkeln liegend mit Blei beschweren. Ja hallo, ich bin verantwortlich für Kultur und deswegen wichtig hallo lassen Sie mich durch und wenn mir danach ist, zerreiße ich Sie und Ihre ganze Arbeit in ein paar Zeilen und damit meine ich Ihre Existenz ok denn hier steht’s, hier, und hier sitze ich, nämlich erste Reihe, und eigentlich geht es in diesem Theaterstück um mich, um mich, und jeder, der Ahnung hat, weiß das ok.

Scheiß Journalisten!
Das war ich abends, Menschen sehend.
 

 
Ich fahre jetzt zu Dir, ok.
Ich fahre jetzt zu Dir.
Ok?
Ich meine, ich bin ja eh schon da.
 

 
In welcher Situation war ich? In welcher Konstellation bin ich jetzt? Und wieso ist sie so anders als die gestrige. Wie schnell kann ein Leben sein?
 

 
Ein Abendessen.
Wie schön und reich wurde der Tisch gedeckt.
Sag, wie war es denn?, das möchtest Du wissen.
Nicht gut, sage ich, aber es ist nicht mehr schlimm.
Ach, sagt sie, die immer an meine Träume und all die verrückten Geschichten glaubt, vielleicht, weil sie selbst viele Träume und verrückte Geschichte in Erfüllung hat gehen sehen, na gut, aber ich hätte es Dir dennoch gewünscht. Danke, sage ich, aber mein Leben ist bereits ein anderes, lass uns einfach Wein trinken und Risotto essen ok?
 

 
Es war schön.
Ja, das war es.
Denk dran, sage ich. 
Ja, und denk auch Du dran: keine Angst!
Keine Angst!, wiederhole ich und balle die Hand zur Faust.
Und falls doch, sage ich, mache ich es wie Du, nämlich doch.
 
Keine Angst, denke ich, und schreibe: Wie geht’s denn so.
Ich bin gerade eine Tom Waits Coverband, sagst Du.
 
Aha ja gut, sage ich, wenn‘s hilft why not.

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