krise in palästina

Es war eine Dose Limonade auf einem Dach. [flimmern.]

Oben Sonne, unten Palästina.

Handkante wahrgerecht an die Stirn legen, um der Sonne entgegen in die Weite zu sehen.
– Brachte das etwas?

Neben mir ein Fitnessstudio, vor mir auf dem Schoß: Nachrichten mal 2.
 
Ist alles ok?

Und fast ärgerte ich mich
[Augen verdrehend].
Natürlich ist alles ok!
[Das Smartphone auf den Tisch legend]

Es ist alles ok.
Was sonst, nicht ok?
Und was dann, hm?

Krise ist Dauerzustand.
Überall und nirgendwo.
 
Ja, so war das damals.
Heute flimmern auch die Wege,
aber sie führen mich eben noch woanders hin.



Sie wollen schon wieder ausziehen?
Nein, sage ich verärgert, wer behauptet so etwas?
Und meine: Ich weiß es nicht, vielleicht schon, vielleicht nicht, wahrscheinlich ja.
Wer kann das schon genau wissen?
 
Nicht wissen konnte ich immer schon sehr gut. Das ist die größte Stärke, auch wenn [mir] das keiner glaubt.
 
Wer behauptet so etwas?, hake ich noch verärgerter nach.
Die Frau Nachbarin.
Aha, sage ich, ich weiß überhaupt nicht, wer das ist.
Die Frau Nachbarin.
 
Folgendes passt zu beidem:
Die Nichtwissenden sind die, die einiges erfahren. Sie erheben sich der Dinge nicht, aus dem Vorhinein heraus – sie öffnen sich.
Voller Mut, Neugierde, Vorfreude und Stolz auch sagen sie es:
Ich habe eine Frage.
 
Komm, erzähl Du mir doch was.
Lemon Squash derweil.
 
Warum zieht es Dich eigentlich immer so in die Krisengebiete?, ist Deine Frage, Du möchtest sie beantwortet haben, von mir, und sie steckt voller Vorwürfe, die Frage, die Du jedoch mit Dir selbst ausmachen musst.

Lächerlich, wollte ich sagen, liebe ich aber das Spielen in Sprache versteckt so sehr, deswegen:
Weil ich selbst ein Krisengebiet bin, vielleicht deswegen?

Du lachst, was auch sonst.
Denn die Zeiten, in denen Du mir etwas sagen konntest, sind schon länger vorbei.
Langweilig. Lächerlich.
Langweilig: Herkunft.
 


Ich kann ihn nicht vergessen, sage ich viel später.
Ich weiß, sagt sie.
Aber eigentlich bin ich auch unsicher. Vielleicht kann ich schon, wenn ich will. Will ich?

Das Narrativ meines Lebens: Ich kann alles, wenn ich will. Will ich?

Bin ich es vielleicht nur manchmal noch sehr gewöhnt, das Leben aus der Sicht eines Opfers zu entscheiden. 
Opfer der Liebe und der eigenen Obsession, in [je]dem Fall.
Ich meine, wer hat das Begehren begonnen?
Ja, richtig.
 
„Ich liebe meinen Großvater sehr“, sage ich, als ich jetzt an der Kasse in einer fremden Stadt, einem vertrauten Supermarkt, stehe.

Alles so gleich hier.
Hinter mir legt der boy das Katzenfutter auf das Band und swiped auf dem Display. Da erzähle ich ihm ungeachtet dessen eine Geschichte, an welche ich auch jetzt wieder zurückdenken muss.
 
Da saß ich nämlich damals, auf einem viel zu hohen Baum, verwurzelt und beschränkt, dem Boden und der Sicht beraubt. Und der Freund in meiner Kindheit stand mir so weit entfernt, unerreichbar. So sehr ich Hände und Finger auch nach ihm streckte – zu weit weg, in dem Fall. Fester Boden unter seinen Füßen, oder sah es vielleicht auch nur von oben so aus. Ich komm’ hier nie mehr wieder runter, dachte ich ganz leise.
„Ich komm’ hier nie mehr wieder runter!“ rief ich.
Unbeeindruckt stand er da, und sagte:
„Wer hoch klettern kann, kann auch wieder runter klettern.“
 
Ich wurde immer schon mir selbst überlassen, dachte ich.Ich kann alles, wenn ich will. Will ich?


Ich konnte eine Obsession beginnen,
und ich kann sie auch wieder beenden. Nur all das in Sprache formen, damit kann ich nicht aufhören. Ich will nicht. Das ist es ja.
 
Aber eigentlich ging es doch um etwas ganz anderes.
 
Reise. Sehnsucht.
Boy, sage ich, als wir zu schwere Taschen tragen. Das war keine Planung meinerseits. Aber dieser boy, der trägt alles mit mir, im praktischen Sinne.
 
Boy, sage ich.
Manchmal halte ich es gar nicht mehr aus. Ich weiß, sagt er.
Ich muss hier weg, sage ich im Auto sitzend. Hände an die Schläfen legend.
 
Aber nein, denke ich.
Bevor Du richtig gehst,
musst Du noch einmal zu Dir selbst kommen. Da sein.
Sonst weicht das eine dem Anderen aus, reist das Eine dem Anderen hinterher. Es wäre ein niemals ankommen. Völlige Verwirrung. 
 
So hast Du es dir selbst ausgesucht, denke ich. Finger an Zähne legen während der Autofahrt, Lücken fühlen. Nachdenken, mich selbst beruhigen.
 
Ich bin ein Krisengebiet. Und jedes Krisengebiet hat gelernt, sich selbst
a. auszuhalten 
b. zu beruhigen
c. zu lösen
 
Wer das nicht weiß, ist unerfahren.
 
„Kind vertrau’ mir,
Dein Großvater ist in tausend Schlachten erfahren.“
 
Vielleicht erfuhr ich erst viel zu spät, was es damit alles auf sich hatte und wo genau mein Wunsch nach verzweigten Wurzeln seinen Ursprung fand. 
 
Krise in Palästina?
Ja, vielleicht.

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Risotto mit Artischocke

Ich liege viel höher jetzt.
 

 
Bald bin ich hier weg.
Bald wäre zu definieren, weg auch.
 

 
Eine Umarmung. Noch eine. Und noch eine. „Hey, was soll das denn? Was ist los mit Dir?“, frage ich erstaunt und fast schon verärgert.

Es war wie eine dreimalige Entschuldigung, die noch nicht ausreichte. Wir wussten es doch beide. Ärgerlich also, dass wir Bezeugende dessen wurden.
 

 
Um 1 Schlüssel leichter.
So spielt es auch anders in meiner Manteltasche.
Um 1 Schlüssel leichter.
So, wie ich gehe, umspielt mich eine ganz neue Melodie.
 

 
Tage später. Oder sind es vielleicht sogar Wochen? Und waren wir es nicht, die sich einig darin waren: Immer, wenn wir uns verliebten, waren wir unglücklich.
 

 
1000 Schritte weiter. Bis mir alle Interpretationen im Weg stehen.
Nichts ahnend war ich nie. Das war ich morgens, in den Spiegel sehend. 
 

 
Alte, zynische Scheißmänner, die missbilligend lachen. Wo bin ich? Nicht so weit von Dir entfernt. Wieso bin ich hier und nicht bei Dir? Scheiß Journalisten, denke ich, verantwortlich für das Kultur-Ressort, wie sie, Beine übereinanderschlagend ihren scheiß Spiralschreibblock auf ihren scheiß zu schmalen Oberschenkeln liegend mit Blei beschweren. Ja hallo, ich bin verantwortlich für Kultur und deswegen wichtig hallo lassen Sie mich durch und wenn mir danach ist, zerreiße ich Sie und Ihre ganze Arbeit in ein paar Zeilen und damit meine ich Ihre Existenz ok denn hier steht’s, hier, und hier sitze ich, nämlich erste Reihe, und eigentlich geht es in diesem Theaterstück um mich, um mich, und jeder, der Ahnung hat, weiß das ok.

Scheiß Journalisten!
Das war ich abends, Menschen sehend.
 

 
Ich fahre jetzt zu Dir, ok.
Ich fahre jetzt zu Dir.
Ok?
Ich meine, ich bin ja eh schon da.
 

 
In welcher Situation war ich? In welcher Konstellation bin ich jetzt? Und wieso ist sie so anders als die gestrige. Wie schnell kann ein Leben sein?
 

 
Ein Abendessen.
Wie schön und reich wurde der Tisch gedeckt.
Sag, wie war es denn?, das möchtest Du wissen.
Nicht gut, sage ich, aber es ist nicht mehr schlimm.
Ach, sagt sie, die immer an meine Träume und all die verrückten Geschichten glaubt, vielleicht, weil sie selbst viele Träume und verrückte Geschichte in Erfüllung hat gehen sehen, na gut, aber ich hätte es Dir dennoch gewünscht. Danke, sage ich, aber mein Leben ist bereits ein anderes, lass uns einfach Wein trinken und Risotto essen ok?
 

 
Es war schön.
Ja, das war es.
Denk dran, sage ich. 
Ja, und denk auch Du dran: keine Angst!
Keine Angst!, wiederhole ich und balle die Hand zur Faust.
Und falls doch, sage ich, mache ich es wie Du, nämlich doch.
 
Keine Angst, denke ich, und schreibe: Wie geht’s denn so.
Ich bin gerade eine Tom Waits Coverband, sagst Du.
 
Aha ja gut, sage ich, wenn‘s hilft why not.

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Ein Tag, wie er war und wie er endete

Wir Menschen, wir Menschen, was sind wir nur für Menschen? Ich kann gar nicht beschreiben, was wir für Menschen sind. Wie wir uns töten und zum Schweigen bringen, schaden und zu selten nur noch die richtigen Fragen stellen, passende Antworten geben. Zeit und Raum finden und Sein lassen. Was ist passiert. Menschen sind die schlechteren Tiere.

Vielleicht so.

Manchmal, jetzt, möchte ich mich übergeben vor Erschöpfung.

Was machst Du da. Was machst Du denn da.
Und: wann hört es endlich auf.
Beliebter: Reicht es nicht langsam?

-Als hätte ich mir die Gewalt, die mich einst fand, selbst ausgesucht.
-Als hätte ich mir die Gewalt, die ihr mir antatet, selbst zugefügt.

So stehen sie da, mit skeptischem Blick.
Hände irgendwie so in Hüftgegend gestemmt, eingeknickt auch.
Arme und Ambitionen. Alles eingeknickt, nichts fließt.
Kein Wunder, kein Wunder.
Wir verstehen nicht, sagen sie so, was machst Du da.
Eine ewige Wiederholung. Langweilt sie Euch nicht?
Irgendwann werde ich das umdrehen, vielleicht.
Ich verstehe nicht, werde ich dann so sagen, was macht ihr da.

Ich emanzipiere mich, das mache und sage ich dann auch. Meistens leise und milde lächelnd auch, weil ihr es ja sehr wahrscheinlich doch nicht versteht. Ich sage das dann, vllt. mit etwas in der einen Hand spielend, sinnlich ich, verlegen sometimes, nicht jetzt.
Das zu erklären, mich zu erklären, kostet Kraft, die ich für das Vollstrecken brauche, restlos.
Ich weiß, bei Euch funktioniert das meist andersrum aber deswegen bin das hier ja auch ich und das da, das seid ihr. Oder so. Von den Narrativen emanzipiert erziehe ich mich, so, als wäre ich mein eigenes Kind, sage ich.

Nicht verstanden, ihr, die fragtet, oder.
Seltsam. Grade ihr, denen ich doch alles erklärte, versteht nicht. Vllt. aber auch logisch, weil, ja.

Ich erkläre mich nicht mehr.
Ich habe mich damit abgefunden könnt ihr das auch tun bitte danke.

Ich erkläre mich nicht mehr. Ich werde verstanden stattdessen.

Ständig irgendwas irgendwohin tragen. Immer nur tragen. Ich bin eine Tragende.

Plötzlich, plötzlich sind sie da.
So viele Kinder. Woher kommen sie. Bin ich denn dafür schon bereit, ängstlich, skeptisch, diesmal ich, einerseits. Ja, sagen die Erzeuger, sie sind sich sicher damit, denn es sind auch ihre Kinder, unsere Kinder.

-Erhol dich, sagst Du.

Derweil stumm im Wochenbett liegend: ich.

Ich kann Beziehungen mitgestalten.
Ein Satz und eine Möglichkeit, Dinge, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie existieren.

Ich weiß nicht, woran soll ich mich erinnern.
Ich weiß nicht, woran kann ich mich erinnern.
Ich weiß nicht, woran will ich mich erinnern.

Manchmal fällt es mir schwer, raus zu gehen. Es ist mir noch peinlich, wie Menschen auf mich reagieren. So, als wären sie ständig erstaunt von mir. So extrem manchmal meine ich. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich selbst so viel weniger extrem geworden bin. So viel leichter und leiser, so viel selbstverständlicher. Einfach da jetzt.
Und dass die Menschen, viele Menschen, auch immer Fragen zu einem haben, deren Antworten ie nichts angehen, mitten auf der Straße, dem Flur, dem Campus stehend.

“War nichts Wichtiges. Habe gerade Pause und wollte mich nur melden und Dir nette Sachen sagen.
Deine Nachrichten klingen, als ob Du das gebrauchen könntest.“

Das Bett und ich und der Vorhang, der Vorhang, romantisch, wie er sich bewegt und mit jedem Windstoß zur Seite gleitet. Ich möchte ihn anfassen, denke ich, und schon schlage ich die Decke zur Seite und stehe, aber das Spiel, das Windspiel, dann wäre es vorbei. Vielleicht verstehen das viele Menschen nicht, behaupte ich, und meine damit nicht, dass ich es verstanden hätte. Man kann nicht einfach alles so anfassen. Beherrschen wollen. Außer sich selbst vielleicht. Aber das ist doch auch kein Leben. Dennoch stelle ich mich dahin, beherrsche mich und meine Materie für kurze Zeit, ansehen, eine Schale Müsli dazu wäre nicht schlecht, zusehen halt, ein Schleier umspielt mich. Augen zu. Man braucht keine Angst haben.

Stunden später, wieder und immer noch: liegend.

Ein Hemd über dem Türrahmen. Wie wäre es wohl, wenn das Dir gehörte?

progress, not perfection: Lena Dunham

Ständig irgendwas irgendwohin tragen. Immer nur tragen. Ich bin eine Tragende.
Ich bin eine tragende Komödie. Ich bin eine Tragödie.

Ich möchte jetzt ein Kleid anziehen und mich mit nackten Füßen auf die Straße stellen.
Es soll regnen, regnen, down on me. Und dann balle ich die Fäuste und schreie.

Aber dieses Kleid, das besitze ich nicht mehr und da draußen, da ist Trockenzeit. Ich brauche einen Monsun. Was mache ich nur.

Ich möchte frisch gepressten Granatapfelsaft. Wer presst mir einen Granatapfel, wenn ich es nicht selbst mache.
So liege ich da und warte. Schwach, weil was habe ich heute zu mir genommen.

Der Nachbar singt iranische Lieder. Vor Menschen, die singen, braucht man keine Angst haben, oder so, vielleicht sollte ich den Nachbar fragen. Knock knock knockin on neighbours door. Hi äh. Hi. Also. Hast Du, hast Du vllt. zufällig einen Granatapfel, momentan ist Saison, deswegen frag ich, falls ja, würdest Du, könntest Du, also wenn man ihn durchschneidet, den Granatapfel, in der Mitte, und in die Hand nimmt, dafür braucht man jedoch große Hände, zeig mal Deine erstmal – oh. Hm nee, reichen nicht aus denke ich, nachher gibt das noch eine riesige Sauerei und kostet nur Kraft und übrig bleibt keine Energie und ach. Egal. Ok ciao.

Mir doch egal was die Nachbarn hier denken.

Ich habe angefangen zu bluten jetzt auch. Vllt sollte ich mein eigenes Wasser trinken.
Wieder dahin zurückgehen, mich selbst zu nähren, doch genau das ist der Fehler in einem System, denke ich.
Man war schon immer zu zweit, man war noch nie allein, von der Empfängnis zum Sterbebett.
Immer ist man mindestens zu zweit. Man ist ein Gemisch. Wann habe ich angefangen, etwas anderes zu glauben.

Es soll Nacht mit Dir an einem See sein und ich möchte mich ausziehen, denn es soll eine Mutprobe sein.
Aber nicht mutig, weil ausziehen, sondern mutig, weil in einen See hinein gehen.
Und das ausziehen, das gehört dazu, wenn man sich der Angst stellt. Alles legt man ab, man geht ohne Ausrüstung.
Weil Ängste sind nur eine Illusion und man bekämpft keine Illusionen, jeder Schlag geht ins Nichts, das kostet Kraft, so werden wir also mit Nichts in diesem See sein und der Mond ist vielleicht auch da, wie letztes Mal, und langsam, langsam,
so wie Kreise, die aus unseren Bewegungen heraus am Ufer ihr Ende finden, so langsam, so langsam,
verliert auch die Angst ihr Interesse an mir.

Es gibt so viel, was du noch nicht über mich weißt. Es gibt so viele Tränen, die noch nicht in unsere Hände fielen.

Es ist ein Ankommen auf Zeit
Zeit ist ein dehnbarer Begriff.

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1bis8

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Man würde mich sicher wieder fragen, was es denn konkret sei, dass mich so bewege an Dir. Irgendwo las ich mal, wenn man auf (solche / weitere) Fragen keine Antworten wisse, dann sei da meist auch nicht so viel dran, also an der These, dem Gefühl oder der Erinnerung, demnach umso erfreulicher: Ich habe Antworten, viele davon.

Heute, als Du vor mir saßt, direkt vor mir, aus dieser Perspektive umrahmt von meinen Beinen, und ich gebe zu, ich verdrehte mich ein wenig, aber dabei heraus kam dieses unwiderstehlich schöne Bild, welches mich faszinierte und fassungslos machte in einem und welches Du leider nicht mit ansehen konntest weil Du warst ja Protagonist und das Bild plötzlich bewegt und damit real und mehr noch eine Tragödie, aber das war nicht so schlimm, denn in meinem Schoß, da waren wir eins und das war die Hauptsache und ich dachte da gar nichts, ich fragte mich nur atemlos

was –

was –

würde ich jetzt einfach tun was ich wollte –

was dann?

Denn dann hätte ich meine Beine aus dem Stück heraus um Deinen ganzen Körper geschlungen, sodass Du Dich geborgen gefühlt hättest. Und dann hätte ich Deine Haare angefasst, sodass Du dich begehrt gefühlt hättest und ich hätte meinen Mund in Deinen Nacken gelegt, sodass Du dich gemeint gefühlt hättest.

Während ich Dich beschreibe fehlen mir die Worte und ich benutze nur Hände und baue Mauern damit. Wie kann das sein. Wie kann eine Frau, welche Worte mehr liebt als Männer, an einer Beschreibung scheitern. Ich versuche, Dich zu erinnern und alles, was ich erhalte, ist ein Arm mit einer Hand als Kunstwerk, Blutgefäße wie Straßen und der Asphalt ist Gänsehaut und makellose Finger und Ruhe. Ich sehe die Ruhe. Und all das überträgt sich auf mich, Stille und dann sogar auch die Gänsehaut. Finger spreizen und ich sehe dem Geschehen fassungslos zu. Das ist Zauber, denke ich fasziniert, das ist Zauber! Einer, den man nicht erlernen kann, denn er ist gegeben. Und dann denke ich an mein Bild von Dir, wie Du Bleistift und Notizheft hältst und dann an Erotik, weil Logik.

„Verstehst Du“, wiederhole ich, „Erotik, auf die tiefste Art, die Du dir vorstellen kannst, Erotik bis auf das wunde Fleisch sozusagen, obwohl angezogen, deswegen vielleicht nicht frierend. Verstehst Du.“ Und der Zuhörer nickt zweifelnd.

Ich atme laut aus und halte mir die Stirn in beiden Händen und denke Ihr seid doch alle

2

Ich sehe Dich also an, wie Du so vor mir stehst und beobachte und bemerke und wäge ab und plötzlich fällt mir auf, dass ich alles von Dir wissen will, einfach so, beispielsweise, wie Deine Uhr, die immer mal wieder unter dem Hemdsärmel sichtbar wird, aussieht, und wie Deine Haut (es ist Winter). Was deine Werte sind, wie Du küsst und wie Du kommst. Womit Du deine freie Zeit verbringst und ob Du ein Festnetztelefon hast und ob Du abends mit Frauen auch außerhalb intrafamiliär telefonierst (hoffentlich nicht) und ob Du Oliven magst und worüber Du lachen kannst und ob man mit Dir stundenlang sitzen und reden könnte.

Wenn der Fokus vom Subjekt zum Objekt zoomt, ist das dann Liebe?

„Sie sehen mich so erwartungsvoll an. Haben Sie Fragen?“, unterbrichst Du Dich selbst beim Reden und meinst mit dieser Frage wirklich mich.
“Eh. Nein“, versichere ich schnell und sehe direkt daraufhin auf den Tisch vor mir und nehme einen Stift in meine Hand. Später fiel mir ein, ich hätte confident antworten sollen: “Ja, viele. Später, Du und Ich?” Aber das hätten dann andere auch gehört und ich hätte es nicht ertragen, ich hätte es nicht ertragen, wäre nur ein Jemand dabei gewesen, der dazu auch nur eine Frage gestellt hätte.

3

Ich sortiere mich selbst durch Zeit und Raum. Ich versuche zu denken, was ich fühle. Ergibt denn nichts mehr hier Sinn? Ich bin der Sinnlichkeit verfallen und kann auch nicht mehr arbeiten jetzt. Im Vorbeigehen sehe ich meine schmalen Brüste und meinen heute flachen Bauch und meine runden Po. Meine wilden Haare, mein erschöpftes Gesicht. So sehe ich also aus. Rote Linien durchziehen den weißen Hintergrund, welche das Bild erst interessant machen.

Ich denke, dass es einfach passieren soll. Das Kennenlernen, das Miteinanderschlafen, das Miteinanderkommen, -kochen und –essen. Das Sitzen und Schweigen, das Sehen und Denken, das Liegen und Biegen und Renken. Das Insbettreden und das Hinauskomplementieren. Das Grenzen testen und teilen, das Lachen, das Heulen, das Schreien, das Lieben. Dann lege ich mein Gesicht in beide Hände. Wie denn?

Schwamm auf Teller, Löffel auf Gabel, Wasser an Wasser und alles verschwimmt. Wie oft muss ich Dich noch flüstern. Wie lang muss ich Dich noch atmen. Wie sehr muss ich Dich noch begehren. Verrückt geworden bin ich doch schon.

4

Ich will anfangen, aber weiß nicht, wann. Jetzt?

Ich will anfangen, aber weiß nicht, womit.
Ich will losgehen jetzt, aber weiß nicht, wohin.
Ich will lernen, aber weiß nicht, was.
Ich will Austausch, aber weiß nicht, mit wem.
Ich will mich emanzipieren, aber weiß nicht, wovon.
Ich will lieben, aber weiß nicht, wen.
Ich will lieben, aber weiß nicht, wie.

Wenn man nicht mehr weiß, wo man anfangen soll, lässt man es dann einfach? Wenn man nicht mehr weiß, was man schreiben soll, liest man es dann einfach?

5

Wie soll ich denn das alles erklären?
Als heute die Tür hinter mir ins Schloss fiel, stellte ich fest, zwei Möglichkeiten zu haben, nämlich: Ok, endlich mal wieder heulen jetzt oder ok, endlich mal wieder kochen jetzt. Hab dann gemerkt, dass ich gar nicht heulen kann jetzt, weil alles noch total verkrampft vom Auskotzen davor ist. Hab dann gedacht mach dich mal locker jetzt und hab gekocht und gegessen auch und gedacht: Diese Woche mit Mann ist geschafft, glücklicherweise, beruhige Dich, beruhige Dich. Kein Mann ist Dein Vater, noch nicht einmal Deine Familie ist irgendein Mann. Und ja, auch, wenn es irgendwie peinlich war: Du hast es eben geschafft.

Was sagt man, wenn man verliebt ist? Wie spricht man, wer ist man? Doch nicht ernsthaft der gleiche Mensch, der man war, als es noch kurz vor Verfall war. Und wann fängt man wieder an zu essen, bevor sich eine Essstörung vollständig etablieren kann?

Ich kann vor Dir nicht reden, ich kann vor Dir nicht loslassen. Noch nicht einmal greifen und atmen kann ich vor Dir und dann pocht es mir plötzlich heiß gegen die Haut von innen, als würde da jemand wütend gegen die Türe schlagen: hallohallo! Und dann: bist Du verrückt geworden?, mach die Tür auf! Denn wenn du nicht langsam irgendetwas unternimmst, ersticke ich! (Das war Ich an Über-Ich, Es hat das beobachtet und war zwar stoned, aber anwesend.)

Donut Panic erinnere ich mich. Durchatmen jetzt, und überleg doch mal.
Und dann verlasse ich den Raum und weiß nicht, wie Vibration abbauen und wie überhaupt das jetzt einem Fremden erklären, denn mehr seid ihr für mich nicht und alle sehen sie mich an, als wäre ich irgendwie komisch. I‘m not that weird!, möchte ich dann den anderen mit meiner Handfläche in Richtung crowd, die Abstand signalisieren soll und einer hochgezogenen Augenbraue, die So what?! heißen soll, sagen. Es muss ein Trauma sein, möchte ich mich dann beruhigen. Es kann nur ein Trauma sein. Anders ist es nicht erklärbar. Es ist anders nicht erklärbar, das habe ich mir doch soeben erklärt und ausgerechnet Du, der es lösen könnte, entfacht das in mir. Das kann doch nur ein schlechter Scherz sein. Und bitte warum lache ich darüber?

Ich denke dann an übergriffige Männer, die, wenn man sagt, dass es sich so herum für einen selbst falsch anfühlt, meinen, man denke nur zu viel nach und solle sich einfach mal entspannen jetzt. Oder auch solche, die glauben, man brauche gar nichts finden, sondern einfach mitmachen. Oder an Männer, die einem immer wieder die eigenen Gefühle absprechen. Ich denke dann an mich, für die das viel zu lange Alltag war. Ich habe das nicht nur gemeint, sondern auch gesagt. Das habe ich doch. Oder?

Frau!, sage ich mir selbst stattdessen, ich bin sicher, dieser Mann, den Du magst, mag Dich genau so, wie Du bist. Ich weiß sogar, dass es so ist. Wieso kannst Du das nicht glauben? Und wie lang soll es noch gehen, bis Du das endlich glauben kannst. Frau!, mach das nicht, denke ich dann, wenn ich mir die Hände vor das Gesicht schlage. Frau zeig jetzt endlich allen, wer Du bist denke ich dann und frage einfach mal A.

A., frage ich, wie geht das? Mit einem Mann sein? Einfach so, ohne Angst und ohne Anstrengung auch. Einfach sein, weil man endlich auf Augenhöhe lieben möchte und sich selbst bei allergrößter Sehnsucht fürs unter Niveau ficken zu schön geworden ist.

A sagt ja, aber nicht, weil sie eine Antwort, sondern nur, weil sie die Frage verstanden hat. Weiß ich jetzt auch nicht ergänzt sie und dann wird mir die ganze Welt klar, denn auf A folgen B, C, D und E. Wie verrückt man selbst ist, wird einem immer erst im Kontext Mensch, und zwar nicht Lieblingsmensch, offenbart. Denn Letztere haben die gleichen Ängste und mit ihnen fühlte auch ich mich ewigkeitenlang weniger komisch. Ha!, das war ein Trick, und ich dachte, ich führe hiermit zuverlässig die ganze Welt an meiner Nase herum, aber eigentlich, eigentlich habe ich damit nur mich selbst ausgetrickst. Blöd, ne. Musste ich halt ein paar Jahre lang auf der Couch für liegen, aber auch ok, denn jetzt stehe ich auf.

6

Zwei Beweise dafür, dass Erotik auch einfach sein kann. Beweis 1:
Es war der gleiche Tag und der Tag war wohl der, an dem ich etwas Besonderes an mir hatte, denn ich rannte die Treppe hinauf, nahm manchmal sogar zwei Stufen mit einem Mal, um daraufhin dem Zug hinterhersehen zu können. Ich ballte die Fäuste und stampfte mit meinen Stiefeln auf Asphalt und dachte dann Was solls. Und dann setzte ich mich. Und dann saß ich da, auf einer Bank, Bahnsteig 4. Erschöpft, wartend und dann amüsiert. Denn ich nahm wahr, dass ich mich sehr nah neben Dich gesetzt hatte, obwohl alles neben uns noch frei war. Ich versteckte das Lachen hinter meinem Anorak und vermied es auch, Dich direkt anzusehen. Ich fühlte mich schüchtern und immer nur dann, als Du in die andere Richtung blicktest, konnte ich der Versuchung doch nicht widerstehen. Das ist doch Blödsinn, dachte ich, öffnete eine cloud und korrigierte einen Text, denn that’s my business und dann passierte etwas und ich wurde Zeugin. Ich sah, wie Dein Blick leise und langsam von meinem Fuß bis zu meinem Knie ging. Das war so erotisch. Und damit wurde mir klar, wie subtil Flirten ist.

7

Beweis 2: Es war der gleiche Tag und der Tag war wohl der, an dem ich etwas Besonderes an mir hatte, denn bereits als die Türen hinter Dir wütend zusammenfielen, sah ich Dich an, durch die Menschenmenge erkannte ich Dich und als ich Dich so ansah, erinnertest Du mich an jemanden, den ich mal gekannt hatte. Die Farbe Deiner Haare, die Größe Deiner Gestalt, die Form der Hände und der interessierte und selbstsichere Blick. Sogar hattest Du die gleichen Schuhe an, die der Mann damals trug und in denen er mich Tag für Tag durch mein Leben begleitete und auch bemüht war, Schritt zu halten.
All das ließ mich Dich kurz anlächeln, impulsive Menschen kennen keine Grenzen.
Und dann dachte ich, lass doch, Mädchen, lass doch, denn ich bin nicht bereit und falls doch, nur für den Einen. Also schlage ich wieder meine Zeitung auf und das blieb auch so, bis ich an meiner Haltestelle angekommen war.
Und während ich aussteige und noch während ich mich selbst in der Menschenmenge untergehen und Dich vor mir laufen sehe, muss ich bereits lachen, denn Du wirst plötzlich langsamer und steigst aus, verlässt den Strom an Menschen, wartest wie ein Raubtier am Ufer eben dieses Flusses, sodass ich nicht nur an Dir vorbei muss, sondern wir uns auch an der Verkehrsampel, die eben rot ist, als hättest Du sie nur für mich einmal in Farbe getaucht, wieder treffen. Und da stehen wir, Tier an Tier, Jäger nächst Trophäe, nicht über- oder hinter, nebeneinander, denn beide sind berechtigt. Und ich schwöre im Namen dieses Blogeintrages, ich habe nichts gesagt oder gemacht, höchstens habe ich in mich hinein gefeixt aber selbst das, wie jedes Jahr im Winter, hinter einer schwarzen Wand aus Anorak.
„Guten Tag“, sagst Du, neben mir stehend.
Ich nehme das Lied aus meinem Ohr und sage: „Guten Tag“, und lache dann.
„Ich heiße S. und wie heißt Du?“
„Ich heiße Nina“, sage ich, und weil ich weiß, was jetzt kommt, lache ich noch mehr.
„Schöner Name“, sagst Du, „er ist schön und einfach“, antworte ich.
Und so passiert es, das wir zusammen ein Stück gehen und wüssten wir beide nicht, unsere Geschichte hat noch nicht einmal begonnen, so könnte man meinen in Anbetracht unserer Symbiose, dass uns das Leben eine gemeinsame Geschichte zeichnete. Zusammen gingen wir also und dann fragtest Du mich, woher ich komme und dann erzähltest Du mir, woher Du kommst aber eigentlich, eigentlich kommst Du woanders her, so sagst Du das und dann: Damaskus.

Die Hauptstadt, sage ich. Die Hauptstadt, wiederholst Du.

Und ich habe wenig Zeit, dabei Dich anzusehen, denn wir gehen nebeneinander und seit wann begleitet ein Mann mich in meine Richtung frage ich mich und dabei hatte ich es doch zu eilig, um kurz mal Deinen Arm festzuhalten und zu sagen: „Hey, warte mal, lass uns mal kurz ansehen und schön finden jetzt“, obwohl ich dachte, Du wärst dafür bestimmt der richtige Typ Mensch gewesen.

Zusammen gehen wir in das Gebäude und es muss so gewesen sein, dass Du in dieser Geschichte plötzlich ganz fest zu dem Protagonist Begleiter wurdest, denn ich kannte mein Ziel und Du warst es, der einfach mitkam. Und dann sagte ich: „Ich muss jetzt hier hoch“, und zeigte auf das Schild, auf dem eine 5 stand.

„Können wir uns kennenlernen?“
fragtest Du mich und ich überlegte echt ganz kurz und als Antwort pochte es von innen gegen die Hitze und ich weiß das noch ganz genau, dass ich sehr schnell an den Stress, den ich im Kopf hatte, dachte, dass ich das niemandem antun kann und schon gar nicht mir selbst und sagte: „Das geht leider nicht, tut mir sehr leid.“ Dann sahen wir uns etwas länger an und ich sagte: „Alles Gute“ und reichte Dir meine Hand, „Ja, alles Gute“, sagtest Du und hieltest lange die meine oder vielleicht hielt ich auch Deine oder wir unsere und eigentlich damit unsere ganze Welt. Und noch während ich nicht losließ ging ich zwei Stufen nach oben und je weiter ich ging desto mehr bog sich meine Wirbelsäule in Deine Richtung und ich dachte dabei nicht an Dich, sondern an Yoga und hätte ich nicht auch das Geländer genau so fest gehalten, wie Dich in meiner Hand, ich wäre sicher in Deine Arme gefallen und hätte mich dann verfangen in einem Nest aus Wärme und Liebe und Leidenschaft, aber nein, und ich wiederholte „Alles Gute“ und ließ Dich los.

Ich war frei. Endlich wieder frei. Und beglückt erfasste ich wieder zwei Stufen auf einmal und atmete das Leben. Du bist frei Mädchen, dachte ich, genieß das mal. Du bist frei Mädchen, dachte ich, das erfordert Mut und den hast Du doch nicht umsonst aufgebracht.

8

Allen Menschen, die meinen, man wisse ja gar nicht mehr, was man denn nun noch sagen oder tun dürfe und so weiter, sei dieser Text gewidmet. Sagen darf man fast alles, man muss es nur auch richtig meinen. Hashtag youtoo. Bye.

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Ein Schlüsselbein

Wo anfangen. Vielleicht bei der Wärme, die mir sofort von Schritt zu Fuß fiel und auch wieder zurück stieg. Die Wärme oder vielleicht auch die Hitze, die immer und erneut in den Schoß fand und dort groß wurde, schwer wurde, anatomisch wurde. Eine Wolke aus Teilchen und Energie. Fassungslosigkeit ob der Schönheit und Sinnlichkeit dieser, nein, Deiner Anatomie. Fassungslosigkeit, Zauber und natürlich auch Erregung, getrieben bis an den Rand einer Ohnmacht. Luft anhalten weil – eben keine Luft mehr und Menschen verstehen das so nicht. So.

Wie immer zu einer ganz bestimmten Zeit sitze und beobachte ich Dich. Mit einer Genauigkeit, die auch neu ist. Du hast mich des Beobachtens vertiefen gelehrt. Du hast mir eine besondere Tür geöffnet und von dort aus sah ich es, eine Symbiose aus Knochen und Haut. Ich konnte das alles sehen und fragte mich noch, ob das wirklich wahr sein konnte. Ein Stück Schlüsselbein von Dir, das war wie ein Stück Glück für mich. Ein Zufall, ein Zauber, wenn Parallelen bis auf die letzte zeitliche Perfektion plötzlich aufeinandertreffen weil wir uns der Gesetze entheben und plötzlich ein Prisma so bunt wie es nicht zu beschreiben ist – entsteht. Ein Schlüsselbein.

Aber ich sah auch noch anderes an diesem Tag, beispielsweise den dunklen Schatten als Überbleibsel Deiner stets makellos rasierten Haut, Wange und besonders Kinn. Ich stelle mir Dich dann vor, wie Du morgens dich selbst betrachtest, kurz bevor das Ritual beginnt. Was fühlst Du wohl, was siehst Du wohl, die Tiefe und die sanfte Verletzlichkeit, die kantige Perfektion, die ich sehe. Ich hoffe, dass Du das genauso siehst und noch mehr.

Auch dann noch, wenn ich diese Zeilen schreibe: übel vor Liebe, rasend vor Lust, erschöpft vor Ekstase, verzweifelt stehend vor den eigenen Grenzen und daran aber auch rüttelnd. Etwas weiß, dass all das noch nicht realitätskonform ist, aber nicht alle scheint das zu berühren, denn in meinem Kopf und in meinem Herz und in meinem Schoß geht es weiter und weiter und breitet sich aus.

Wie soll es nur werden, wenn ich Dich irgendwann ganz ansehen kann, wenn wir einen Raum gefunden haben, der sich der Gesellschaft entzieht, wo all das möglich ist, das Sehen und Fassen und Lieben, wenn mir doch schon ein winziges Stück von Dir den Schlaf, den Atem, den Verstand, raubt. Allein der Gedanke an Dich als der Mann irgendwann in meiner Hand, in meiner Haut, in meinem Schoß und in der Umarmung lässt mich starr und zugleich stumm zurück. Eine Sprachlosigkeit, die mich im Innern wachsen lässt. Ich würde Dich so gern beobachten. In all Deinen Leben. Nimm mich einfach mit und lass mich Dich beobachten, das größte Glück derzeit in einem utopischen Raum. Sitzen und sehen und staunen. Wem das genug ist, der hat große Fortschritte gemacht und Belohnung verdient. Ich verbleibe damit.

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Bahnfahren

  1. Wir sitzen alle im gleichen Zug
  2. “Entschuldigung, ich muss hier raus. Darf ich kurz?” “Aber natürlich, ich kann Sie doch nicht einfach sitzen lassen”
  3. ‎auf dem bahnsteig sind alle gleich
  4. endgültig entscheiden: rennt man um einen zug oder nein?
  5. beim einstieg in den zug kurz idee haben, dass man versehentlich daneben treten könnte – und dann?
  6. menschen. grrrr.
  7. ‎menschenliebe
  8. ‎im zug liest ein mann in grauem anzug ein buch über angststörungen. an der endstation fällt das dann zurück in eine stylishe aktentasche und wird confident richtung ausgang getragen. fyfi.
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